Familie im Visier des Staates

Der bekannte US-amerikanische Schauspieler Bruce Willis liess das Publikum unlängst wissen, wie viel Wert der heilige Bund der Ehe bei Spitzenschauspielern hat: „In Hollywood heiratet man frühmorgens. Geht die Ehe schief, ist wenigstens nicht der ganze Tag vermasselt.“

Angesichts der Vorbildfunktion der Promis kann man sich die Folgen dieses Eheverständnisses auf die gemeine Bevölkerung unschwer ausmalen. Schon heute liegt die Scheidungsrate in der Gesellschaft bei rund 50%. Die fehlende Wertschätzung gegenüber der Ehe und Familie beschränkt sich indes nicht auf die Schauspieler. Ebenso angesprochen ist die Politik – bisweilen ja auch eine Art Showbusiness. In einer Zeit der totalen Emanzipation sind familiäre Werte wie Bindung und Halt eben nicht im Trend.

Auf lange Zeit führen solche Mode-Trends zu gesellschaftlichem Selbstmord. Der Staat ist auf die Familie angewiesen, wenn er nicht an Überforderung zugrund gehen will. Totalitäre Diktaturen wie die Sowjetunion oder die DDR erlitten nicht zuletzt deshalb Schiffbruch, weil die Apparatschiks die Institution Familie zum Staatsfeind machten. Kein Wunder: Die Familie ist ein Schutzwall gegen „big brother“ – totale Kontrolle durch die Staatsbürokratie ist praktisch unmöglich. Entsprechend verbreitet war z.B. in der DDR die ausserfamiliäre Kinderbetreuung. Kinder sollten so schnell wie möglich der Risikosphäre Familie entzogen werden.

Doch auch in liberalen Gesellschaften wie der Schweiz ist der Wert der Familie als Reservat der Freiheit nicht in Stein gemeisselt. Unter dem krass überschätzten Slogan „Frühförderung“ sollen mit HarmoS Kinder bereits mit vier Jahren zwangseingeschult werden – obwohl neue Erkenntnisse aus Spanien, den USA und Ungarn das angebliche bildungspolitische Patentrezept „je früher, je besser“ zumindest hinsichtlich der Sprachfertigkeiten entkräften.

Das ausgebaute staatliche Dienstleistungsangebot für Familien ist selbstverständlich nicht gratis. Abgesehen von den Mehrkosten wird der familienpolitisch aktive Staat auf Dauer auch Einfluss auf die Institution Familie selbst nehmen. So geschehen an der diesjährigen Herbstsession: Nach dem Ständerat will auch der Nationalrat, dass Eltern für die Fremdbetreuung ihrer Kinder einen Steuerabzug geltend machen können. Wer seine Kinder aber selbstverantwortlich zu Hause erzieht, ginge leer aus. Bereits mit der staatlichen Mutterschaftsversicherung werden die traditionellen Einverdiener-Eltern diskriminiert.

In der liberalen Gesellschaft hat der Staat in den eigenen vier Wänden des Bürgers grundsätzlich nichts zu suchen. Das gilt auch für die Frage, wie Eltern ihr Kind erziehen wollen. Eltern sollen ungeachtet der Ausgestaltung der Betreuung einen entsprechenden Steuerabzug machen können.  Alles andere ist eine Rückkehr des Sozialismus auf Samtpfoten.

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