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Motion Überprüfung Verkehrsberuhigungsmassnahmen Langenthal


Der Gemeinderat wird beauftragt, zu Handen des Stadtrates

  • ein Inventar sämtlicher Verkehrsberuhigungsmassnahmen, welche der Stadtrat gutgeheissen hat, in Langenthal zu erstellen
     
  • Darin sollen die einzelnen Massnahmen überprüft werden, namentlich unter den Gesichtspunkten:
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    Wirksamkeit betr. Verkehrssicherheit und Lärmreduktion
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    Verhältnismässigkeit der Verkehrseinschränkungen
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    Zumutbarkeit des Mehrverkehrs für andere (Wohn-)Gebiete aufgrund von    Verkehrsbeschränkungen: Belastungsgerechtigkeit
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    Unerwünschte Nebenfolgen für die Umwelt sowie Lärmbelastung aufgrund von    wiederholtem Bremsen, Anhalten und wieder Anfahren
  • Gestützt auf den vom Gemeinderat vorgelegten Bericht soll der Stadtrat beschliessen können, welche Verkehrsberuhigungsmassnahmen er wieder aufheben oder allenfalls durch andere, geeignete Massnahmen ersetzen will.

Begründung:
In Langenthal sind mittlerweile zahlreiche Massnahmen zur sogenannten Verkehrsberuhigung beschlossen und umgesetzt worden (z.B. Grubenstrasse, Weststrasse, Gaswerkstrasse). Etliche davon sind vom Stadtrat mittels Kreditbeschluss gutgeheissen worden. Diese Massnahmen sollten einer vertieften Überprüfung unterzogen werden. Das zwingt Gemeinde- und Stadtrat, sich über die Auswirkungen der beschlossenen Massnahmen Gedanken zu machen. Denn es lässt sich mit Fug bezweifeln, dass all die eingeführten Massnahmen zur Verkehrsberuhigung zweckmässig sind bzw. den Verkehr in einem verhältnismässigen Ausmass beschränken. Vielmehr sind einige der Massnahmen in der Praxis zu Verkehrsbehinderungs- und Verkehrsbelästigungsmassnahmen mutiert, etwa an der Grubenstrasse. Das Interesse der Verkehrssicherheit umfasst aber gerade nicht solche Massnahmen, die rein oder überwiegend schikanösen Charakter haben, da sich die gewünschten Lenkungswirkungen – sofern überhaupt nötig – auch mit milderen Mitteln erreichen liessen. Derartige schikanöse Einschränkungen haben zudem auch negative Folgen auf die Umwelt. Laufend sich wiederholende Brems-, Anhalte- und Anfahrmanöver führen zu mehr Emissionen als eine Durchfahrt mit konstanter Geschwindigkeit. Im Übrigen ist zu bedenken, dass Verkehrsbeschränkungen den Verkehr meistens nicht verringern, sondern auf andere Gebiete (auch Wohngebiete!)  verlagern. Dieser Gedanke der Belastungsgerechtigkeit ist in der bisherigen politischen Diskussion um Verkehrsberuhigungsmassnahmen vernachlässigt  worden.

Patrick Freudiger


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