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1. Übersicht In der Volksabstimmung vom 8. bzw. 9. Dezember 2007
werden die Langenthaler Stimmbürger über die Gemeindeinitiative „Einführung von
Tempo 30 in allen Wohnquartieren der Stadt Langenthal“ abstimmen. Der Stadtrat hat
die Initiative bereits zwei Mal abgelehnt. Die Konsequenzen einer Annahme wären
massive Mehrkosten und weitere wirkungslose Verkehrsbelästigungsmassnahmen.
2. Hergang der Initiative Die Initiative hat eine leidvolle Geschichte hinter
sich. Im August 2004 lancierten linke Kreise das Volksbegehren. Nach nur 2
Monaten wurden die Unterschriften bereits eingereicht. Wie sich herausstellte,
waren nur 913 statt der erforderlichen 918 Unterschriften gültig. Da die
damalige Gemeindeordnung noch keine Sammelfrist für Gemeindeinitiativen kannte,
wurden nachgereichte Unterschriften noch als gültig erachtet. Die Initiative
war dank behördlicher Kulanz zustande gekommen. Der Stadtrat lehnte die
Initiative im März 2006 zum ersten Mal ab, da der Ratsmehrheit eine undifferenzierte
Einführung von Tempo 30-Zonen in allen Wohnquartieren nicht sachgerecht erschien.
Noch vor der Volksabstimmung änderte das Bundesgericht für Tempo 30-Zonen die
rechtlichen Grundlagen. Neu darf eine Gemeinde nicht mehr pauschal in allen
Wohnquartieren Tempo 30-Zonen einführen, sondern muss per Gutachten einen
bundesrechtlichen Bedürfnisnachweis erbringen (Art. 108 SSV). Dieser ist nur
noch gegeben, wenn mit Tempo 30 lokale Gefahrenstellen entschärft werden können
oder sich in einem Quartier besonders schutzwürdige Verkehrsteilnehmer (z.B. Kinder)
bewegen. Aufgrund dieser veränderten Ausgangslage stimmte der Stadtrat nochmals
über die Initiative ab und lehnte sie erneut ab.
3. Konsequenzen bei
Annahme der Initiative
Gemäss provisorischen Aussagen des Gemeinderates
wären in folgenden Quartieren Tempo 30-Zonen denkbar: In der Eisenbahnstrasse
sowie in den Quartieren Hard, Kreuzfeld, Elzmatte/Hinterberg/Greppen, Rumiweg/Farb
und schliesslich in anderen Quartieren, wo sich Tempo 30-Zonen begründen lassen
(Priorität in dieser Reihenfolge). Die Kosten der Umsetzung der Initiative
würden sich gemäss Kommission für öffentliche Sicherheit auf ca. Fr. 900´000.-
belaufen.
4. Argumente der SVP
Langenthal
Die Initiative schafft mehr Auflagen und Bürokratie. Sie schränkt damit die persönliche Freiheit des Einzelnen, insbesondere des motorisierten Verkehrsteilnehmers, ein weiteres Mal völlig unnötig ein.
Die allermeisten Autofahrer verhalten sich im Strassenverkehr verant-wortungsbewusst und fahren vorsichtig, sobald ein Gebiet unübersicht-lich und gefährlich ist. Wer dies nicht tut, wird sich auch nicht von Tempo 30-Schildern beeindrucken lassen.
Das heutige System, wonach der Gemeinderat bei Bedarf Tempo 30-Zonen erlassen kann, hat sich bewährt. Mit der Initiative würde das po-litische Gewicht von demokratisch gewählten Behörden hin zu Gutach-tern verschoben.
5. Fazit Die Initiative „Einführung von Tempo 30 in allen
Wohnquartieren der Stadt Langenthal“ ist Augenwischerei. Die Initiative mag
keinen nennenswerten Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten. Stattdessen werden
einmal mehr alle verantwortungsbewussten Motorfahrzeugführer unter
Generalverdacht gestellt und in einen Topf geworfen mit einigen wenigen Rasern.
Die SVP bevorzugt demgegenüber das heutige System, das flexible Lösungen im Interesse
der Verkehrssicherheit erlaubt.
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