>>zurück zu den Kolumnen
Von Holzpenissen und Plüschvaginas


Diese Kolumne enthält – leider echte – Zitate, die sensible Gemüter schockieren können. Um die Dimension der Frühsexualisierung aufzuzeigen, werden sie dennoch wiedergegeben.

Seit diesem Schuljahr werden im Kanton Basel-Stadt Kinder im Kindergarten mit Sex-Koffer unterrichtet. Die Kleinen sollen sich zu leiser Musik gegenseitig massieren oder mit warmen Sandsäcken berühren. Dabei erkennen sie laut Daniel Schneider, Konrektor Kindergärten, „dass Berührungen an Körperteilen lustvoll sein können.“ Später im Verlauf der Schulzeit soll an Holzpenissen und Plüschvaginas manipuliert werden.

Doktorspiele statt Rechenspiele: Neu wissen Dreikäsehochs lustvoll zu berühren, 1 und 1 zusammenzählen können sie aber vielleicht noch nicht. Das Terrain zur Frühsexualisierung ideologisch vorbereitet hat das Kompetenzzentrum Sexualpädagogik und Schule an der Pädagogischen Hochschule Zentralschweiz (PHZ) in Luzern. Dieses hat im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit ein entsprechendes Grundlagenpapier verfasst und fordert ein Sexualerziehungs-Obligatorium bereits ab dem Kindergarten. Auf seiner Internetseite verweist das Kompetenzzentrum auf „empfehlenswerte Websites“, z.B. auf die www.lilli.ch. Hier wird man u.a. über „Tipps und Gefahren“ beim Analsex informiert. Im Wortlaut: „Wenn du allein bist, solltest du dich erst mit deinen Fingern oder kleineren Objekten stimulieren, bevor du grössere Objekte in den After steckst.“

In die gleiche Kerbe schlägt die Stiftung Kinderschutz Schweiz. Deren Präsidentin, SP-Nationalrätin Jacqueline Fehr, klagte unlängst in einem Referat über restriktives Elternverhalten in „Alltagssituationen“ von Kindern: „Der 4-jährige Benjamin möchte mit seiner gleichaltrigen Freundin Doktorspiele spielen, aber die Eltern verbieten es ihm.“ Um „Abhilfe“ zu schaffen, empfiehlt die Stiftung etwa das Buch „Lisa und Jan“. Darin wird der Nachwuchs wie folgt an das heikle Thema Sexualität herangeführt: „An einen Pimmel kann man manchmal etwas dranhängen, in die Scheide können Mädchen mit dem Finger reinfühlen.“ Empfohlen laut Stiftung für Kinderschutz für Kinder ca. ab 5 Jahren.

Hier geht es nicht mehr um Aufklärungsunterricht, wie es ihn schon bisher an den Schulen gab. Hier wird Kindern das Thema Sexualität geradezu penetrant aufgedrängt.

Was dabei gern vergessen geht: Das erwähnte Luzerner Sex-Paper soll die „Grundlagen für die schweizweite Verankerung von Sexualerziehung in der Schule“ bilden. Diese Möglichkeit bietet sich heute dank der Zentralisierung der Bildungslandschaft. Die Vereinheitlichung der Lehrpläne wurde von Politik und Medien als überfälliger Erfolg über den „Kantönligeist“ gefeiert. Nun zeigen sich die Probleme.

Ab 2014 wird der Lehrplan 21 für die ganze Deutschschweiz eingeführt. Noch hat die Erziehungsdirektorenkonferenz das Sex-Paper aus Luzern nicht in den Lehrplan 21 integriert. Das letzte Kapitel indes ist noch nicht geschrieben: Je weiter oben entschieden wird, desto mehr Einfluss gewinnen Bildungsbürokraten ohne Bodenhaftung.


hinauf