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Vereinigte Verliererversammlung


Am Montag danach war bei der „classe politique“ Wunden lecken angesagt. Alle hatten sie sich gegen die Ausschaffungsinitiative gewehrt: Bundesrat, Parlament, SP, CVP, FDP, BDP, Hilfswerke, die Antirassismuskommission, die etablierten Medien, Universitätsprofessoren etc. Der Souverän war anderer Ansicht und stimmte für eine zwingende Ausschaffung krimineller Ausländer – ab sofort besteht bei Ausschaffungen keine Hoffnung mehr auf Kuscheljustiz. Der von Bundesrat und Parlament befürwortete Gegenvorschlag fand demgegenüber in keinem einzigen Kanton eine Mehrheit. Ein eindrückliches Beispiel, wie Bundesbern am Willen des Souveräns vorbeipolitisiert.

Wie schon nach der Antiminarettinitiative zeigten sich die elitären Züge der „classe politique“ auch nach dieser Abstimmung. CVP-Kommunikationschefin Marianne Binder spricht von einem „an die Urne prügeln“ der Stimmbürger. Marc Spescha, Lehrbeauftragter für Migrationsrecht an der Universität Fribourg, lamentiert gar, die Demokratie werde „zugrunde gerichtet“. Nicht gerade ein Ausdruck von Respekt gegenüber einem Volksentscheid. Auch Antirassismus-Ayatollah Georg Kreis ist besorgt: "Es droht eine schleichende Gewöhnung an fremdenfeindliche Tendenzen." Schleichend gewöhnt haben wir uns indes einzig an die akademische Rassismuskeule: Geschwungen immer dann, wenn das Volk nicht im Sinne des Herrn Professor Kreis urteilt und neuerdings sogar, wenn die Schweiz eine härtere Gangart explizit nur gegen kriminelle Ausländer fährt. Rassismusbekämpfung wird zum Schutzschild für Kriminelle.

Ueli Leuenberger, Präsident der Grünen, zieht die Legitimität des Abstimmungsergebnisses in Zweifel: In Gebieten, wo man viel mit Ausländern zu tun habe, sei die Ausschaffungsinitiative abgelehnt worden. Ein Blick in die Realität hätte Leuenberger eines Besseren belehrt: Kappelen, eine Seeländer Gemeinde mit einem Asyl-Durchgangszentrum: 69,2% Ja-Anteil. Aarwangen, eine Oberaargauer Gemeinde mit einem Asylbewerber-Durchgangszentrum: 61,4% Ja-Anteil. In solchen Gemeinden sind die Menschen konkret mit dem behördlichen Asylschlendrian konfrontiert und erleben, wie das Asylrecht zum Nährboden für Drogenhandel wird. Der Wunsch nach einer schärferen Gangart ist eben gerade nicht Ausfluss von bloss diffusen Ängsten.

Nicht der Graben zwischen arm und reich bestimmt heute die politische Landschaft, sondern der Graben zwischen Volk und politischer Elite. Der amerikanische konservative Vordenker Irving Kristol nannte es seine vornehmste Aufgabe „dem amerikanischen Volk zu erklären, warum es Recht hat, und den Intellektuellen, warum sie irren.“ Europäische Intellektuelle versuchen derweil in geheizten Sälen bei Kaviar-Soirées,  eine Ausländerkriminalität von 50% als Kollateralschaden der multikulturellen Gesellschaft zu verniedlichen.


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