>>zurück zu den Kolumnen
Saubillig


„Ich bin doch nicht blöd.“ So lautet der Slogan der Sozialdemokraten gegen die Unternehmenssteuerreform II, über die wir am kommenden 24. Feburar abstimmen werden.

Ebenso wenig innovativ wie sozialdemokratische Wirtschaftsrezepte insgesamt ist auch die aktuelle Verhinderungskampagne. Der Slogan ist nämlich bestens bekannt aus der Werbung der Elektrohandelskette Media Markt. Mit Tiefpreisbotschaften sollen die Kaufinstinkte der Konsumenten geweckt werden. Die SP kopiert den Slogan offensichtlich und will damit die Neidinstinkte der Polit-Konsumenten animieren. Marketing-Botschaften aus der Wirtschaft übernehmen und als Waffe gegen Steuererleichterungen einsetzen: Der Kapitalismus soll quasi mit seinen eigenen Mitteln besiegt werden.

Media Markt ist Teil der Media-Saturn-Holding GmbH, eines multinationalen Konzerns mit einem Umsatz von 15.2 Milliarden Euro (Stand 2006). Der Konzern erfüllt alle Kriterien des Phantom-Feindbildes  einer sozialdemokratischen Neid-Kampagne. In Deutschland prägte als SPD-Präsident Franz Müntefering das Wort des Heuschrecken-Kapitalismus. Auch hiesige SP-Politiker brauchen den Begriff teilweise. Im Übrigen schwingt die Partei die Moralkeule. Im SP-Papier zur Wirtschaftspolitik ist etwa zu lesen: Der grundlegende Widerspruch zwischen demokratischer Staatsordnung und autoritärer Wirtschaftsordnung verstösst gegen die Würde des Menschen und ist auf die Dauer unhaltbar.“

Die hohen Partei-Standards von Menschenwürde gelten aber nur so lange, wie es andere betrifft. Denn die Wirtschaftsordnung mag noch so autoritär, unsozial und menschenunwürdig sein; um als Ideengeber für linkes Verhinderer-Marketing zu dienen, ist die Wirtschaft allemal gut genug. Sobald es für die Sozialdemokratie um die eigene Gewinnmaximierung geht, ist sie offensichtlich bedeutend weniger zimperlich.

Auch die Gewerkschaft unia predigt Sozialismus und praktiziert Marktwirtschaft. Ist ein Unternehmer zum Stellenabbau gezwungen, muss er mit unia-dijhad rechnen. Intern aber zeigt sich die Gewerkschaft flexibler: Im Jahr 2006 strich die unia z.B. 75 Arbeitsplätze. 27 Gewerkschaftern wurde sogar gekündigt. In Sachen Marketing haben die Gewerkschafter ebenso wenig Scheu vor marktwirtschaftlichen Strategien: Der illegale Streik in Reconvillier war eine PR-Aktion in eigener Sache.

Die aktuelle Media Markt-Tiefpreiskampagne in Deutschland läuft übrigens unter dem Motto: „Saubillig“. Eine Kopie dieses Media Markt-Slogans durch die SP drängt sich geradezu auf. „Saubillig“ -  wie liesse sich die Politik der SP noch treffender charakterisieren?


hinauf