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Refugium des Linksextremismus


Wer hat nicht schon von ihr gehört, der Berner Reitschule? Wer von Luzern, Olten oder Zürich per Zug in die Hauptstadt reist, sieht von Bern als Erstes die Reitschule und deren versprayte, mit allerlei antikapitalistischer Polemik verunstaltete Fassaden. Sich selbst preist die Reitschule als „Kulturzentrum“, faktisch ist sie ein rechtsfreier Raum: Sei es als offene Drogenszene oder Refugium militanter Linksextremer. Manuel Willi, Chef der Regionalpolizei Bern, sprach unlängst nach einem Einsatz Klartext: „Kein Polizist bleibt länger in der Reitschule als notwendig. Unsere Leute wurden aktiv am Verlassen der Reitschule gehindert. Ausserdem sind Aussagen gefallen wie: <Jetzt haben wir euch, lebendig kommt ihr hier nicht mehr raus.>“

Nun tobt die Berner Reitschule. Die Mediengruppe spricht von einem „Angriff auf die Kultur- und Jugendpolitik der Stadt Bern und auf das Verhältnis zwischen Reitschule und Stadt Bern.“ Was ist passiert? Wird die Reitschule doch noch polizeilich geschlossen?

Nein: Das Berner Parlament hat es „gewagt“, den Leistungsvertrag – sprich: Subventionsvertrag – mit der Reitschule statt auf vier Jahre nur auf ein Jahr zu verlängern. Der Gemeinderat beantragte noch eine vierjährige Vertragsdauer und Subventionen in Höhe von total Fr. 1´500´000 Grund: Nach wie vor erfüllt die Reitschule grundlegende Sicherheitsanforderungen nicht.

Hinzu kommt eine brisante Feststellung der Brandschutzexperten der Berner Gebäudeversicherung (GVB): Das Eingangstor der Reitschule darf auch während des Betriebes geschlossen werden. Mit einer Torschliessung könnte die Reitschule nach Demonstrationen nicht mehr bzw. nur noch erschwert als Asyl für militante Linke dienen. Damit widerspricht die GVB dem Berner Gemeinderat. Die Exekutive behauptete bisher nämlich, das Eingangstor lasse sich nicht in Fluchtrichtung öffnen und dürfe deshalb aus Sicherheitsgründen während des Betriebes nicht geschlossen werden. Diese Behauptung bewahrte den rot-grünen Gemeinderat bisher vor unangenehmen Schritten gegen die rot-grüne Reitschule.

Bezeichnend ist die geharnischte Reaktion der Reitschul-Berufsanarchisten auf den Parlamentsentscheid. Regeln und Polizei sind zwar doof und stören alternative Selbstverwirklichung. Wenn es aber um Geldzuflüsse geht, ist Schluss mit Anarchie. Dann soll der Staat gefälligst wieder funktionieren – und zahlen!

Wenn Zeitungen wie „der Bund“ nun von einer „Abstrafung“ der Reitschule sprechen, werden Realitäten verstellt. Eine hochgradig subventionierte Organisation erfüllt grundlegende Sicherheitsanforderungen nicht, der Leistungsvertrag wird trotzdem um ein Jahr verlängert. Die allermeisten Schweizer Vereine leisten einen Beitrag für Wirtschaft, Politik oder Kultur, erhalten aber weit weniger Staatsgelder als die Reitschule und respektieren erst noch unsere Rechtsordnung.


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