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Migrations-Mekka für Asyltouristen


Was haben Kriegsdienstverweigerer aus Eritrea und mutmassliche Terroristen aus Guantanamo gemeinsam? Richtig! Beide haben Aussicht, in der Schweiz aufgenommen zu werden.

Die meisten Asylgesuche an die Schweiz stammen heute aus Eritrea (aktuell 523 pro Monat). Eritrea führt die Statistik im Wesentlichen aufgrund eines Urteils der Asylrekurskommission (heute Bundesverwaltungsgericht) vom 20.12.2005 an, das Kriegsdienstverweigerung in Eritrea als Asylgrund anerkennt. Aber auch Kriegsdienstleistende dürfen sich freuen: Der Bundesrat beabsichtigt nämlich, Dschihad-Kämpfer aus Guantanamo in der Schweiz aufzunehmen.

Das „Aufnahme für alle“-Bild, das unsere Behörden von der Schweiz zeichnen, wirkt: Die Asylgesuche steigen rapide an. Im Januar sind 2267 Gesuche eingegangen, 184 mehr als im Vormonat. Der Januar-Wert toppt dabei auch jeden Monatswert des letzten Jahres. Gegenüber 2007 sind die Asylgesuche im letzten Jahr um 53,1% angestiegen. Derweil verzeichnet z.B. Österreich in derselben Zeit einen Anstieg von gerade mal 7,45%.

Nicht nur die Linke, auch Asylsuchende scheinen ihre Freude an der Neubesetzung des EJPD zu haben. Die Schweiz droht wieder zum Migrations-Mekka für Asyltouristen zu werden. Im Januar 2009 wurden 83,4% der Gesuchsteller nicht als echte Flüchtlinge anerkannt.

Nachdem die zuständige BDP-Ministerin Eveline Widmer-Schlumpf ein Jahr lang mit interessierter Passivität geglänzt hat, schickt der Bundesrat nun immerhin eine Verschärfung des Asyl- und Ausländerrechts in die Vernehmlassung. Allerdings besteht diese vor allem darin, von der SVP Ideen abzukupfern. Der Schweizer Hof-Presse indes scheint dies egal zu sein. Für sie war Liebling Eveline die Urheberin (Tages-Anzeiger: „Widmer-Schlumpf verschärft Asylrecht“).

Die Forderungen stehen indes erst am Anfang der Vernehmlassung. Sie müssen nun die Heckenschüsse der Asylindustrie überstehen. Das Durchhaltevermögen der Landesregierung wird dabei auf die Probe gestellt. Bereits durchgefallen ist die Landesregierung im Test, die geltende Verschärfung des Ausländerrechtes durchzuziehen, welche die Stimmbürger mit fast 70% gutgeheissen haben. Ende Januar hat der Bundesrat nämlich beschlossen, die EU-Rückführungsrichtlinie im Rahmen einer Schengen-Weiterentwicklung zu übernehmen. Aufgrund dieser Anpassung an das EU-Recht will der Bundesrat die soeben per Volksabstimmung auf 24 Monate erhöhte Ausschaffungshaft für illegal anwesende Ausländer wieder auf 18 Monate herabsetzen.

Eveline Widmer-Schlumpf erhielt kürzlich vom Staatsfernsehen den Preis „Schweizerin des Jahres“ für ihre (Un-)Tätigkeit im letzten Jahr. Magistraten mit einer solchen Asyl-Bilanz würden normalerweise mit Rücktrittsforderungen konfrontiert. Die Bündnerin aber steht weiterhin unter politischem Artenschutz.


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