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Menschenrecht auf Illegalität?!


Frankreich macht Ernst. Aufgrund der zunehmenden Übergriffe von Migranten auf die Polizei verschärft das Land seine Ausweisungspraxis. Konkret soll eingebürgerten Franzosen bei massiven Attacken gegen Polizisten die Staatsbürgerschaft wieder aberkannt werden. Zudem sollen die rund 300 – notabene illegalen – Roma-Siedlungen aufgelöst werden. Seit Ende Juli haben die französischen Behörden weit über 100 Roma-Siedlungen aufgelöst. Seit Jahresbeginn sind bereits mehr als 8´300 Roma-Angehörige in ihre Herkunftsländer (primär Bulgarien und Rumänien) zurückgeschickt worden.

Die Reaktion der gutgeschmierten internationalen Gutmenschen-Industrie liess nicht lange auf sich warten. Am 9. September 2010 verabschiedete das EU-Parlament eine Resolution. Darin wurde Frankreich aufgefordert, unverzüglich die Ausweisung von Roma in ihre Heimatländer auszusetzen. Die EU-Justizkommissarin Viviane Reding verstieg sich zur Äusserung, das französische Vorgehen sei eine „Schande“, und kündigte rechtliche Schritte an. Auch das UNO-Komitee gegen Rassismus (CERD), welches die Einhaltung der Konvention zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung zu überwachen hat, zeigte sich besorgt über angeblich zunehmende Feindseligkeiten gegen Roma. Beiläufig bemerkt: Jene UNO-Konvention gegen Rassismus wurde auch unterzeichnet von Ländern wie Saudi-Arabien oder dem Iran, welche das Verbreiten der Bibel verbieten.

Dass die verschärfte Praxis Frankreichs in der Vorwahlkampzeit initiiert wird, ist gewiss unschön. Umso berechtigter handelt die französische Regierung aber in der Sache. Es gibt kein Menschenrecht auf illegale Siedlungen. Freiwillige Rückkehrer erhalten übrigens sogar 300 Euro Rückkehrhilfe. Dass Brüssel von Frankreich faktisch die Tolerierung illegal lebender Roma fordert, ist ein Skandal.

Die französische Regierung lässt sich denn auch von den schulmeisterlichen Belehrungen aus Brüssel nicht irritieren: „Diese Art von Entgleisung ist ungebührend; meine Geduld hat Grenzen, so behandelt man keinen großen Staat", bemerkte der Pariser Europa-Staatssekretär Pierre Lellouche.

Die Äusserungen machen eines deutlich: Die hoch gepriesene Europäische Gemeinschaft ist ein Schönwetter-Konstrukt. Wenn es hart auf hart geht, wollen die Nationalstaaten wiederum selbst für sich Verantwortung übernehmen. Gut möglich also, dass Brüssel nach ein paar weiteren rhetorischen Knallpetarden klein beigeben wird. Denn Frankreich ist eben ein „grosser Staat“. Für den Kleinstaat Schweiz indes besteht Grund zur Sorge. Auch wir müssen aufgrund der Personenfreizügigkeit mit Rumänien und Bulgarien eine Masseneinwanderung von Roma befürchten. Der rüde Umgangston Brüssels mit dem grossen Frankreich lässt erahnen, was der Kleinstaat Schweiz zu erwarten hat, wenn wir nicht alle Kröten bereitwillig schlucken.


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