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Lincolns Prophezeiung


„Gerade besonders liberale Gesellschaften wie die niederländische haben erfahren müssen, dass die Taktiken der Verharmlosung und der Beschwichtigung die Konflikte mit feindseligen Migranten nicht eindämmen, sondern verschärfen.“ Autor dieser wohltuend offenen Zeilen ist der bekannte deutsche Schriftsteller Hans-Magnus Enzensberger.

Das ist bemerkenswert. Denn eigentlich ist Enzensberger bekannt als 68er. Oder war es zumindest. Denn wer so schonungslos die Chamberlains der heutigen Migrationspolitik kritisiert, hat der politisch korrekten Rebünzlisierung von links definitiv abgeschworen. (Enzensberger ging übrigens so weit, dass er der Bush-Regierung 2003 für ihren Einmarsch in den Irak gratulierte.)

Das Beispiel ist symptomatisch. Den 68ern laufen die Leute davon. Immer mehr Arbeitnehmer wachen auf: Nicht mehr nur den Reichen versauert der Wohlfahrtsstaat das Leben. Menschen bis in die untersten Einkommensklassen werden heute geschröpft; und dürfen dann mitansehen, wie Sozialtouristen aus aller Welt auf ihre Kosten BMWs fahren und Markenkleider tragen. Immer mehr Frauen wachen auf: Was nützen ihnen schon Quotenaktivismus und Gleichstellungsbüros im Alltag? In Frage gestellt wird Gleichberechtigung heute durch den Islam und die Macho-Kultur aus Osteuropa (auch so ein Thema, wo sich die Linke in Realitätsverweigerung übt). Immer mehr Junge wachen auf: Wer will schon einen Staat mit Milliardenschulden und multikulturellen Ghettos übernehmen? Sogar Intellektuelle beginnen allmählich zu erwachen. Ein paar erst, aber immerhin.

Was tun die übriggebliebenen 68er? Das, was jede Kaste tut, deren Abgang überfällig wäre. Sie zementiert ihre Macht: Politische Sachbereiche werden reihenweise zu völkerrechtlichen Schutzgebieten erklärt, in welche die direkte Demokratie keinen Zutritt mehr hat. Mit immer neuen Forderungen nach mehr Sozialstaat und einfacherem Bürgerrechtserwerb kauft man sich dankbare Neuwähler.

Wer die Besitzstände der amtlichen Problemverwalter stört, wird ausgeschlossen. Wie z.B. Christoph Blocher, der von 68ern zusammen mit christlichen und freisinnigen Trabanten aus der Landesregierung hinaus intrigiert wurde. Deren Triumph allerdings ist nur ein vorübergehender. Denn bei den Besitzstandswahrern handelt es sich um Verlierer. Ihre Politik hat keine Zukunft. Das Land braucht eine konservative Kursänderung.

Verlierer können ihren Abgang vielleicht verzögern, aber nicht verhindern. Bereits bei den Parlamentswahlen 2007 haben die Sozialdemokraten empfindliche Verluste eingefahren. Abraham Lincoln sagte einst: „Man kann einen Teil des Volkes die ganze Zeit täuschen, und das ganze Volk einen Teil der Zeit. Aber man kann nicht das ganze Volk die ganze Zeit täuschen.“


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