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Wer misst, misst Mist: Besonders
wenn es sich um Sozialwissenschaftler handelt: Politologen der Universität
Zürich und des Wissenschaftszentrums Berlin haben ein Demokratie-Barometer
entwickelt; die Schweiz kommt erst auf Platz 14. Hinter Deutschland und Slowenien.
Das verwundert: In Deutschland
mussten die Bürger kürzlich zusehen, wie die politische Elite in Berlin 148
Milliarden Euro für das marode Griechenland sprach, um den Wunschtraum „Euro“
aufrecht zu erhalten. Abstimmen? Fehlanzeige! Nur zahlen dürfen die Deutschen.
Aber offenbar wird der Wert der Demokratie in besagter Studie nicht an den
Rechten des Volkes gemessen. Entsprechend wurde die Schweiz auch nicht wegen
fehlenden Volksrechten kritisiert. Vielmehr kenne sie keine Transparenz bei der
Parteienfinanzierung.
Jene Forderung nach staatlicher
Kontrolle der Parteienfinanzierung ist ein Dauerbrenner im Repertoire der
Linken und ganz besonders nach verlorenen Abstimmungen: Etwa nach der Minarettverbots-
oder der Ausschaffungsinitiative.
Ein klassisches Eigentor. Mehr
Transparenz wäre vor allem für die Linke ungemütlich. Transparenz müsste
nämlich umfassend gelten: Auch für die staatlich besoldeten Gutmenschen
(Hilfswerke, Antirassismuskommission etc.) und deren politisch-korrekte
Vorverurteilung der Minarettverbots- und Ausschaffungsinitiative; auch für die Mainstream-Medien
und ihrem regelmässig einseitigen und tendenziösen Kampagnenjournalismus. Vor
allem aber verfügten die Gegner über die effektivste und mächtigste
Werbeagentur im Lande: Die Bundesverwaltung. Von der Argumentensammlung
(bundesrätliche Botschaft) über Hunderte von Kommunikationsberatern bis hin zu
den „Verkäufern“ der Botschaft (Bundesräte mit staatsmännischer Aura): Wer die
Bundesverwaltung auf seiner Seite hat, dem steht ein fixfertiges Werbekonzept
offen; und er muss nicht einmal dafür zahlen.
Trotz allem: Das Schweizer Volk
stimmte der Minarettverbots- und der Ausschaffungsinitiative zu: Weil die
Politik nicht hinhörte, wo Menschen Ausländerkriminalität und schleichende
Islamisierung sahen. Weil die Politik diese Themen im Ghetto der politischen
Korrektheit zu ersticken versuchte.
Demokratie erfordert Vertrauen in
die Menschen. Die Fixierung auf die Parteienfinanzierungsfrage dagegen weist
auf ein undemokratisches Menschenbild hin: Das Volk, träge und denkfaul, lässt
sich kaufen – wie das Vieh, das sich am üppigsten Futtertrog durchfüttern lässt.
Ja: Die Schweiz hat praktisch keine
staatliche Parteienfinanzierung; und ja: In der Schweiz kontrolliert „Big Brother“
nicht jede Parteispende. Das ist auch gut so. Einblick in die
Parteienfinanzierung hat weniger mit Transparenz als mit totaler Kontrolle zu
tun. Herr und Frau Schweizer haben das Recht, einen Teil ihres Einkommens für
ideelle Zwecke zu verwenden, ohne gleich amtlich beschnüffelt zu werden.
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