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„Äussere
Krisen bedeuten die grosse Chance, sich zu besinnen“, sagte der österreichische
Neurologe Viktor Frankl. Das gilt auch für die gegenwärtige Finanzkrise. Die
Bürger sind wieder skeptischer geworden gegenüber den Heilsbotschaften der
Managerklasse. Ein Ja zum Osthilfegesetz wäre heute wohl kaum mehr möglich.
Jedoch läuft die Besinnung derzeit recht einseitig ab. Die
Marktwirtschaft muss (wieder einmal) für Fehler geradestehen, die sie nicht allein
verschuldet hat.
1977 erliess das
US-Parlament den „Community Reinvestment Act“ (CRA). Die
Politik wollte damit auch ärmeren Schichten und insbesondere ethnischen Minderheiten
ermöglichen, durch eine Lockerung der Standards bei Hypothekenvergaben Hausbesitzer
zu werden. Subprime-Kredit (dt.: zweitklassig) war das Zauberwort. American
Dreams mit Staats-Krücken sozusagen.
Studien „förderten“ nämlich zu Tage, dass ethnische
Minderheiten bei Hypothekarkrediten diskriminiert würden. In Tat und Wahrheit war
bei diesen Schuldnern aber einfach das Ausfallrisiko höher. Die Banken wurden
nun gedrängt, in Samichlaus-Manier Hypotheken zu gewähren. Aufgrund einer
Verschärfung des CRA im Jahr 1995 erhöhten die Banken die Anzahl Kredite an
Personen mit tiefem bzw. mässigem Einkommen um 80%. Antidiskriminierungs-Kampftruppen
wie ACORN oder das Greenlining Institute halfen im Notfall etwas nach. Welche Hypothekenbank
will sich schon in der Öffentlichkeit von der Gutmenschen-SS ihren Ruf
ruinieren lassen?
Besonders schwer lastete der Druck zur politisch
korrekten Kreditvergabe auf den Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac.
Denn die Gesellschaften waren formell privat, aber die Politik behielt
massgeblichen, ungesunden Einfluss.
Solange die Immobilienwerte stiegen und sich niemand um
den realen Gegenwert der Hypotheken kümmerte, ging die Wohlfühl-Gesellschaft ihren
Weg.
Aber einmal war Schluss mit Rechtsansprüchen für
American Dreams. Der US-Ökonom Stan Liebowitz führt die Subprime-Krise direkt
auf diese Antidiskriminierungspolitik zurück. Laut dem US-Kongressabgeordneten
Ron Paul zwang der CRA die Banken, Hypotheken an Personen zu vergeben, die
unter normalen (marktwirtschaftlichen) Umständen nie kreditwürdig gewesen
wären.
Die (durch die Subprime-Krise ausgelöste) Finanzkrise
ist auch ein Politikversagen. Eine weitere Kapitulation des Versuchs, die egalitäre,
diskriminierungsfreie Gesellschaft vom Reissbrett aus zu formen. Subprime-Politiker
sind zweitklassig im wahrsten Sinne des Wortes.
Wie
selbstverständlich ist jedoch der „globale Finanzkapitalismus“ alleine Schuld,
wenn Finanzinstitute unter dem Druck fauler Kredite für angebliche Diskriminierungsopfer
zugrunde gehen. Die Subprime-Politiker haben sich derweil aus der Verantwortung
ausgeklinkt und dürfen weiterhin zweitklassige Politik machen.
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