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Entwaffnungs-Ministerin auf Abwegen


Es hätte der ganz grosse Triumph der vereinigten Linken werden sollen: Armeewaffe ins Zeughaus! Bedürfnisnachweis beim Waffenerwerb! Neue Waffenverbote! Das ganze Programm, und das erst noch im Wahljahr. Eine toxische Allianz aus Linken, Berufsgutmenschen, Armeeabschaffern und einigen Kampf-Emanzen, die den Geschlechterkrieg bis ins Wohnzimmer tragen wollen, stieg siegesgewiss in den Abstimmungskampf.

Es kam bekanntlich anders: 57% der Stimmbürger schickten die Entwaffnungs-Initiative bachab. Kein Zufallsmehr, sondern eine deutliche Mehrheit. Die Armeewaffe im Kleiderschrank geniesst konstanten Rückhalt beim Schweizer Volk – bei Frau und Mann, jung und alt.

Entsprechend enttäuscht waren die Schreiberlinge der linksliberalen Mainstream-Medien: „Sieg der alten Schweiz“, wetterte die BaslerZeitung. Der Tages-Anzeiger offenbarte sich als schlechter Verlierer und beklagte einen weiteren „Abstimmungssieg der ländlich-konservativen Schweiz innert kurzer Zeit“. In Selbst-Bemitleidung übte sich derweil der Bund: „Die Kraft von pathetischen Symbolen kann stärker sein als nüchterne Vernunft.“ Währenddem für ebendiese Zeitung unlängst mit pathetischen Symbolen eine Rettungsaktion („rettet den Bund“) lanciert werden musste, da sich nüchtern vernünftig betrachtet das Interesse der Leserschaft an jener Zeitung in Grenzen hielt.

Ihr ganz spezielles Verständnis von nüchterner Vernunft offenbarte uns auch Bundesrätin Simonette Sommaruga am Tag der Abstimmung. Einige Stunden, nachdem gerade 57% der Stimmbürger erneute Verschärfungen des Waffenrechts ablehnten, kündigte sie weitere Verschärfungen desselben Waffenrechts an: Konkret etwa neue Markierungsvorschriften. Zudem hätten sich die Kantone gefälligst gegenseitig Zugang zu ihren Waffenregistern zu gewähren, so die Justizministerin, welche im Bundesrat für den Datenschutz hauptverantwortlich wäre.

Offenbar ist man bzw. frau in Bundesbern schlicht nicht in der Lage, ein „NEIN“ des Souveräns als „NEIN“ zu akzeptieren. Entwaffnungs-Ministerin Sommaruga ist dabei in guter Gesellschaft. So sagte etwa Christian Wanner, Regierungsrat und Präsident der Finanzdirektorenkonferenz, vergangene Woche dem Steuerwettbewerb den Kampf an: „Die Entwicklung ist nicht gesund.“ Wanner forderte Selbstbeschränkungen der Kantone im Steuerwettbewerb. Noch letzten November versenkten fast 59% der Stimmbürger an der Urne genau jene Steuergleichmacherei. Aber für Exekutivpolitiker lässt es sich einfacher regieren, wenn die Steuerzahler in allen Kantonen gleich schlecht behandelt werden.

Nach dem vergangenen Abstimmungssonntag beschworen etliche Zeitungen und Politologen einen Stadt-Land-Konflikt. Dies verdeckt den Blick auf den viel wesentlicheren Graben: Denjenigen zwischen dem Volk und den Politikern.


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