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Nationalrätin Ursula Haller konnte
ihren Ärger über das Antiminarett-Plakat in der Arena nicht verbergen: „Es
schürt Ängste bei Leuten, die bildungsmässig nicht ganz auf einem höheren
Niveau sind“ und folgerte daraus: „Man muss damit rechnen, dass es auch Aggressionen,
Gewalt und Emotionen weckt“.
Also aufgepasst: Wer keinen
Professorentitel hat, ist latent gefährdet, durch Betrachten dieses Inserats gewalttätig
zu werden. Man staunt über das fehlende Vertrauen der Thuner Berufspolitikerin
in das Volk und damit auch in die direkte Demokratie. Vielleicht liegt es auch
an Hallers politischer Heimat: Deren Partei pflegt es als ihren guten Stil, Sitze
primär fernab von Volkswahlen zu gewinnen – indem Politiker nach ihrer Wahl die
Partei wechseln.
Das Antiminarett-Plakat hat einen
schweren Stand: Der Kanton Basel-Stadt
sowie die Städte Freiburg, Lausanne, Morges, Neuenburg, Nyon und Yverdon haben das
Plakat verboten. Bern, Thun und Moutier fordern die Plakatgesellschaft auf, es
nicht aufzuhängen. Die Medienhäuser Ringier und Tamedia weigern sich, entsprechende
Inserate zu drucken.
Der französische Philosoph und
Vertreter der Aufklärung, Voltaire, hat einmal gesagt: „Mein Herr, ich teile
Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äussern
dürfen.“ Die Epoche der Aufklärung
ist vorbei, wir leben heute in den Zeiten der „political correctness“. Trumpf
ist nicht mehr Freiheit der Rede, sondern nur noch die Freiheit, mit dem
Mainstream zu blöken.
Doch es
kommt noch besser. In der Pipeline von Justizministerin Eveline Widmer-Schlumpf
ist ein Gesetzesentwurf zur Verschärfung der Antirassismus-Strafnorm. Strafbar
soll in Zukunft auch die öffentliche Verbreitung und Zurschaustellung
„rassistischer Symbole“ sein.
In den
letzten Jahren erhielt man einen Vorgeschmack, was findige Wächter der politischen
Korrektheit alles unter „rassistischen Symbolen“ verstehen wollen: Doudou
Diène, UNO-Sonderberichterstatter gegen Rassismus, stufte das Schäfchen-Plakat als
rassistisch ein. Georg Kreis, Präsident der Antirassismuskommission, diffamierte
das Plakat zur Einbürgerungsinitiative als rassistisch, weil es viele Hände mit
verschiedenen Hautfarben zeigte, die nach dem Schweizer Pass griffen. Nun haben
die Basler Behörden das Antiminarett-Plakat als „rassistisch“ eingestuft, weil
es Minarette und eine Frau im islamischen Ganzkörper-Stoffkäfig zeigt.
Das
Strafrecht droht im Abstimmungskampf zur Allzweckwaffe der Ayatollahs der politischen
Korrektheit zu werden: Eine offene Diskussionskultur über Missstände wie Islamisierung
und Integrationsverweigerung wäre so unmöglich. Denn Denkverbote sind die Demenz
der Demokratie.
Für
Berufspolitiker wie Ursula Haller ist das kein Problem. Sie haben es sich
längst im Ghetto der „political correctness“ bequem gemacht.
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