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Dealer im Bundeshaus


Professionelle Dealer sind entweder Verbrecher oder Politiker. Erstere dealen mit Drogen. Letztere mit Steuergeldern – das nennt sich dann „New Deal“, „Green New Deal“ etc.

Gemeint sind staatliche Konjunkturpakete. In der grossen Depression der 1930er Jahre lancierte der damalige US-Präsident Franklin D. Roosevelt ein für damalige Verhältnisse gigantisches Umverteilungsprogramm und taufte es „New Deal“: Mindestpreise, Beschäftigungsprogramme, mehr Sozialleistungen etc. 70 Jahre später heisst das Stichwort „Green New Deal“. Der jetzige US-Präsident Barack Obama präsentiert in der Finanzkrise das grösste je geschnürte Konjunkturpaket im Umfang von knapp 800 Milliarden Dollar. Besondere Berücksichtigung erhält dabei die „grüne“ Industrie.

Konjunkturpakete haben in der Rezession Hochkonjunktur: Wenn Private nicht mehr investieren, soll der Staat als „Konsument“ Nachfrage schaffen und die Wirtschaft beleben.

Durch Konsum wurde die Finanzkrise ausgelöst, weil die Menschen über ihre Verhältnisse gelebt und im grossen Stil Schulden angehäuft haben – jetzt ist Konsum auch gleich wieder die Lösung. Dabei allerdings lebt auch der Staat über seine Verhältnisse. Gemäss Aussagen der Regierung erwartet die USA ein Defizit von 1´750 Milliarden Dollar. Zu bezahlen haben dies die künftigen Generationen.

Die surrealen Milliarden-Dimensionen der ausländischen Konjunkturpakete hat der Bundesrat bisher glücklicherweise gemieden – bereits die 400 Millionen des dritten Konjunkturpaketes sind fragwürdig genug: Krisengebeutelt ist die Exportwirtschaft. Mit staatlichen Konjunkturpaketen profitiert indes – wenn überhaupt – die Binnenwirtschaft.

Ohnehin ist für den Zugang zu Staatshilfe nicht immer der Leidensdruck einer Branche, sondern die Nähe zum politischen Machtzentrum ausschlaggebend: Linke und Gewerkschaften fordern seit Wochen weitere staatliche Konjunkturhilfe in Milliardenhöhe. Gelder sollen insbesondere in die Sparten Bildungswesen, öffentlicher Verkehr und erneuerbare Energien fliessen – wo ein Gutteil der rot-grünen Wählerschicht sein Geld verdient. Demgegenüber soll die Allgemeinheit bald tiefer in die Tasche greifen müssen. Denn gleichzeitig unterstützt Rot-Grün die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 8%: Das mag der heutige sozialdemokratische Durchschnittswähler mit sicherem Arbeitsplatz in der Verwaltung oder der soziokulturellen Betreuungs-Industrie verkraften. Für Familien und ärmere Einkommensschichten ist die Erhöhung der Verbrauchssteuer allerdings Gift.

So versteht Rot-Grün die Krise als Chance – Konjunkturpakete zur Belebung der eigenen Wählerschaft. Man könnte von einem Kuhhandel sprechen. Oder frei nach Roosevelts oder Obamas PR-Beratern: Von einem „Cow Deal“.


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