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Blocher-Gestörtheits-Syndrom


Der renommierte konservative US-Kolumnist Charles Krauthammer prägte in seinem Land den Begriff des „Bush Derangement Syndrome“ – auf Deutsch: Bush-Gestörtheits-Syndrom. Dieses umschrieb er wie folgt: „ein akuter Paranoiaanfall bei ansonsten normalen Leuten hinsichtlich der Politik, der Präsidentschaft - ja sogar der blossen Existenz von George W. Bush."

In der Schweiz kennen wir ein ähnliches Syndrom: Das Blocher-Gestörtheits-Syndrom. Ganz besonders deutlich zeigte sich dieses am 12. Dezember, als selbst bürgerliche Parlamentarier Christoph Blocher aus dem Bundesratsamt hinaus intrigierten. Die Nachfolgerin hat sich bisher nicht gerade als Bürgerliche profiliert, aber Hauptsache: Blocher raus.

Ebenso wie die Politiker sind auch Journalisten vom Blocher-Gestörtheits-Syndrom betroffen. Roger de Weck (spielt gerne den besonnenen Intellektuellen) wird beim Thema Blocher zum Proletarier im politischen Drogenrausch: Er wirft mit Anschuldigungen um sich, Blocher würde Parlamentarier „belügen“ und „einen Regelbruch nach dem anderen“ begehen.

De Wecks Kollege Frank A. Meyer will da nicht kneifen; wobei bei ihm das Blocher-Gestörtheits-Syndrom dann gleich zu einem eigentlichen SVP-Gestörtheits-Syndrom mutiert: „Die SVP verwandelt sich in eine Partei des zerstörerischen Eifers.“ Womit die SVP jedoch nur Meyers eigene Methoden abgeguckt hätte: Bekanntlich entfernte dieser im Jahr 2002 in zerstörerischem Eifer nach höheren Blick-Auflagen mit einer schmuddeligen Kampagne Thomas Borer aus seinem Botschafterposten in Berlin.

Besonders bei Stilfragen ist man regelrecht auf die SVP eingeschossen – und wird entsprechend selbstgerecht. FDP-Präsident Fulvio Pelli preist die politische Kultur des Freisinns – und feuert gleichzeitig gegen die SVP mit Begriffen wie „Schweinerei“.

Georg Kreis, Präsident der für Gesinnungsfragen zuständigen Antirassismuskommission, reagiert auf die SVP bereits wie ein pawlow´scher Hund. Äussert sich die Partei zum Thema Ausländerpolitik, folgt reflexartig die Moralkeule des Georg Kreis. Neulich bezeichnete er die Motive der SVP-Plakate zur Einbürgerungsinitiative als „rassistisch“. Denn auf diesen greifen (auch) schwarze Hände nach dem Schweizer Pass. Wie hätte Multi-Kulti-Ayatollah Kreis wohl reagiert, wenn keine schwarzen Hände auf dem Plakat zu sehen wären? Gewiss mit dem Rassismusvorwurf, weil Schwarze dann nicht gut genug für den Schweizer Pass wären.

Zu guter letzt noch eine schlechte Nachricht für alle Patienten des Blocher- und SVP-Gestörtheits-Syndroms: Es ist (jedenfalls bis jetzt) nicht möglich, aufgrund dieser Krankheit eine Invalidenrente beantragen zu können. Das stellt das missbrauchsgebeutelte Sorgenkind IV für einmal in ein gutes Licht: Nicht für jede Krankheit gibt es eine Rente. Immerhin.


hinauf