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Worin
besteht der Wert des Geldes? Die unerlässliche volkswirtschaftliche Bedeutung
des Geldes ist bekannt. Geld aber hat noch eine weitere Funktion: Es ist
Ausdruck der Identität eines Gemeinwesens.
Eigenständige
Währung, eigenständiges Land So
widerspiegelt der Schweizer Franken die Eigenständigkeit und
Selbstverantwortlichkeit der Schweiz. Eine eigenständige Nation gibt sich eine
eigenständige Währung. Dies ist nicht zuletzt auch ein immenser
Wettbewerbsvorteil des Wirtschaftsplatzes Schweiz. Der Schweizer Franken ist
eine stabile Währung, und die hierzulande generell tiefen Zinssätze kurbeln die
Wirtschaft an. Es ist deshalb auch nicht verwunderlich, dass es in der EU eine
einheitliche Währung, den Euro, gibt. Die Einführung des Euro war ein rein
politisches Manöver: Die nationalen Unterschiede sollen mit dem Euro übertüncht
werden mit einer gekünstelten europäischen „Identität“. Bedenken der Ökonomen
gegen den Euro wurden aus der Welt geschlagen. Heute sieht man die
ernüchternden Konsequenzen. Die Probleme des Euro sind vor allem darauf
zurückzuführen, dass eine einzige Währung für sehr divergierende
Volkswirtschaften gilt.
Motive
als Ausdruck der nationalen Identität Aber die
Bedeutung des Geldes geht noch weiter. Die Motive auf den Geldscheinen sind
ebenfalls Ausdruck der nationalen, gemeinsamen Identität. So zeigen die
US-Dollar-Noten Persönlichkeiten, welche die amerikanische Geschichte und
Identität geprägt haben: Etwa George Washington (1-Dollar-Note) oder Abraham
Lincoln (5-Dollar-Note). Auf den Schweizer Geldscheinen sind immerhin noch
einige bekannte Schweizer Persönlichkeiten wie Alberto Giacometti oder Jacob
Burckhardt abgebildet. Solche Motive sind nicht zu unterschätzen. Mit Geld ist
man täglich in Kontakt. Täglich wird man also an die gemeinsame Identität
erinnert.
Für die
Schweiz soll sich dies nun definitiv ändern. Nach dem Willen der
Schweizerischen Nationalbank wird schon ab 2010 in der Schweiz wieder mit neuen
Noten gehandelt. Ob es bei dieser gewiss nicht kostengünstigen Aktion
tatsächlich vor allem um die Sicherheit geht, ist fraglich. Bereits heute sind
die Schweizer Franken die fälschungssichersten Noten der Welt. Vielmehr drängt
sich eine andere Absicht vor: Der Ideenwettbewerb für die Motive stand unter
dem Motto „Weltoffene Schweiz“. Dabei sollen nicht mehr Persönlichkeiten,
sondern nur noch Themen die Noten zieren. Was für Themen das sind, wird
deutlich beim Entwurf von Wettbewerbsgewinner Manuel Krebs: Rote
Blutkörperchen, Aids-Virus, das Universum etc. Auf der im Bargeldverkehr
bedeutendsten Note, dem 100-Franken-Schein, sieht man –
bezeichnenderweise – die 5 Kontinente. Nichts mehr von nationalen Motiven, mit
denen sich die Leute, wenigstens zum Teil, noch identifizieren können. Nur noch
unbestimmte, unpersönliche, abstrakte, zum Teil abstossende und schliesslich
internationale und universale Themen.
Auf nach
Europa! In der
Schweizer Politik wird seit Jahren alles auf einen EU-Beitritt ausgerichtet:
Neue Gesetze müssen EU-kompatibel sein, bisheriges Schweizer Recht wird
EU-kompatibel ausgelegt, ein Integrationsbüro soll mit allen Mitteln den
EU-Beitritt vorantreiben, nationale Identitäten werden verlacht. Der Bundesrat
behandelt den EU-Beitritt als längerfristige Option, und eine Mehrheit der
Landesregierung befürwortet nach wie vor einen EU-Beitritt. Auch das Geld soll
vor dieser Totalmobilmachung nach Brüssel nicht verschont werden. Unpersönlich,
unfassbar, unbestimmt: Das sind die neuen Geldscheine. Eine perfekte
Vorbereitung auf die EU-Bürokratie.
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