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Zu wahr, um schön zu sein


Manchmal ist das Leben wie eine Satire; und manchmal noch schlimmer.

Etwa dann, wenn es um die Auswüchse der modernen Gender-Bürokratie geht. Jeder Satireversuch bleibt angesichts solch real existierender Vorgänge geradezu harmlos.

Die Beispiele sind endlos: Die europäische Antidiskriminierungsgesetzgebung verpflichtet Arbeitgeber, Stellenausschreibungen geschlechtsneutral vorzunehmen – andernfalls wuchert die Klageindustrie mit Schadenersatzprozessen. In Norwegen droht Aktiengesellschaften die Auflösung, falls der Verwaltungsrat nicht zu 40% mit Frauen besetzt ist. An praktisch allen renommierten Universitäten im In- und Ausland sind „Gender Studies“ in irgendeiner Form Teil des Lernangebots, etc., etc.

Auch die Schweiz bleibt nicht verschont: Der Bundesrat hat eine spezielle interdepartementale Arbeitsgruppe (IDA) für „Gender Mainstreaming“ eingesetzt, damit „jedes Projekt und jede Massnahme der Bundesverwaltung“ Männlein und Weiblein gleichermassen zugute kommt. Eine Untergruppe dieser IDA hat sich dem geschlechtergerechten Internetauftritt der Bundesverwaltung gewidmet (alles auf Kosten der Steuerzahler, versteht sich). Gemäss „wissenschaftlichen“ Studien würden Frauen das Internet nämlich anders nutzen als Männer: Sie suchen „in der Regel Antworten auf konkrete Fragen und sind nicht an allgemeinen Informationen interessiert“. Darauf  basierend kritisiert die Untergruppe den einseitig auf männliches Suchverhalten ausgerichteten Internetauftritt der Bundesverwaltung. „Der Aufbau der Internetseite erlaubt es nicht, eine konkrete Frage rasch zu beantworten.“ Ebenso wie auf Bundesebene macht frau auch im Kanton Basel Stadt ernst mit Gleichstellung: Das dortige Gleichstellungsbüro preist auf seiner Homepage Publikationen an zu existenziellen Fragen wie „Geschlechtergerechte Pausenplatz-Gestaltung“ oder „Der kleine Unterschied in den Staatsfinanzen - Geschlechterdifferenzierte Rechnungsanalysen im Kanton Basel-Stadt“. Am ersten – naja – „Werk“ hat das Gleichstellungsbüro mitgearbeitet, beim zweiten ist es sogar Mitherausgeber.

Neuestes Beispiel aus den Niederungen der Gleichstellungsbürokratie: Verkehrsschilder und Ampeln müssen in Zukunft geschlechtergerecht ausgestaltet werden. In Holland, Deutschland und Österreich ist diese Forderung bereits Realität. Auch in der Stadt Bern reichten zwei grüne Stadträtinnen einen entsprechenden Vorstoss ein. Gewisse Frauen fühlen sich offenbar diskriminiert, weil sie sich in der Figur in unserem Strassenverkehr zu wenig wieder erkennen.

Da bleibt die Frage, wie sich die Kampf-Emanzen ihr Ebenbild auf Verkehrsschildern vorstellen? Mit Massen 90:60:90 und langen Haaren? Oder wäre das schon wieder zu sexistisch? Mit der „Frau“ auf den Ampeln in Haarlem (NL) möchte sich jedenfalls keine Frau mit Gefühl für Ästhetik identifizieren.

Vielleicht ist die Figur auf Ampeln und Verkehrsschildern einfach nur deshalb etwas „männlich“ gewählt, weil es das Äussere einer Frau einfach nicht gibt. Kleider (Jupe oder Jeans?), Haare (kurz oder lang?) Schuhe (mit oder ohne Absatz?): Frauenmode ist zu vielfältig, um sie verkehrsschildergerecht zu normieren.

Aber für Kampf-Emanzen sind das Details: Emanzipation total ist das Dogma. Kein Hindernis ist zu gross, kein Steuerfranken zu schade und kein anderes Problem zu wichtig, um den Staat zum Biotop mit vollständig sterilisierten, asexuellen, humanoiden Lebewesen zu transformieren. Von der Bundesverwaltung bis ins Ehebett ist Gleichstellung Programm. Widerstand ist politisch unkorrekt. Für Ketzer droht der Scheiterhaufen der Boulevardpresse.

Immerhin: Solange die Männer nicht per Gesetz schwanger werden können, wird Menschenverstand und Menschlichkeit noch ein Reservat gewährt in der gegenwärtigen „Kultur“ des Gender-Faschismus. Aber rühmen können wir uns deswegen trotzdem nicht. Die Forschung ist einfach noch nicht „weit“ genug.


hinauf