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Der FC 68


Fussball ist bekanntlich auch immer Politik, das weiss nicht nur Adolf Ogi. Der Fussball soll deshalb aus aktuellem Anlass als Anschauungsunterricht dienen für das Machtstreben der 68er Elite von heute: Einerseits das lieb gewonnene System, in dem man sich eingenistet hat, erhalten; andererseits die verbliebenen freiheitlich-konservativen Werte der Schweiz aufweichen.

Wir haben also eine Fussballmannschaft, nennen wir sie einmal FC 68. So könnte ihr mögliches Mannschaftsaufgebot aussehen:
Im Tor steht das Bundesgericht. Wenn alle Mittel und die ganze Verteidigung ausgehebelt worden ist, steht da noch dieser einflussreiche und verlässliche, in der Öffentlichkeit aber wenig wahrgenommene Mitspieler des FC 68. Er soll mit juristischen Mitteln verunmöglichen, was mit politischen Mitteln nicht verhindert werden konnte. Die Tricks dieses Torwarts sind dabei immer wieder erstaunlich. Glücklicherweise sind die Spielregeln (die Bundesverfassung) nach wie vor klar, so dass dem Torwart das Handspiel ausserhalb des Strafraumes (in Form einer Verfassungsgerichtsbarkeit) verboten ist.

Die Verteidigung ist heute eine der grossen Stärken des FC 68. Sie gilt nahezu als unbezwingbar. Service public schützt die staatlichen Monopole, Humanität verteidigt die Asylindustrie und ganz linksaussen verhindert Arbeitnehmerschutz den wirtschaftlichen Wettbewerb. Als Libero dahinter steht als stärkster Verteidiger die soziale Gerechtigkeit. Ist ein gegnerischer Angriff einmal derart präzis, dass die vorderen Barrikaden überwunden werden konnten, steht die soziale Gerechtigkeit da als zuverlässige und praktisch immer erfolgreiche Bremse gegen liberale Initiativen. Die Taktik der Verteidigung ist dabei so einfach wie bestechend. Man versucht den Gegner nicht mit fairen Argumenten im Zweikampf zu bezwingen, sondern sorgt mit üblen Diffamierungen wie „Sozialabbau“, „Rentenklau“ oder dem Vorwurf des Rassismus dafür, dass sich die Angreifer gar nicht erst in Tornähe vordrängen können.

Das Mittelfeld gestaltet das Spiel des FC 68 und baut, von den Zuschauern und sogar vom Gegner immer wieder unterschätzt, generalstabsmässig organisierte Angriffe auf. Während die Lehrerschaft das Terrain für einen Angriff vorbereitet, hebeln Forschungsinstitute mit Statistiken und Studien die gegnerische Taktik aus. Der dritte Mittelfeldspieler ist Captain des FC 68 und zugleich der wohl einflussreichste und wichtigste Spieler: Die Bundesverwaltung. Seine Pässe auf die Stürmer, die vorbereiteten Gesetzesentwürfe, kommen fast jedes Mal an und können vom Gegner höchstens noch leicht abgefälscht werden. Andererseits leistet der Captain Bundesverwaltung allein aufgrund seiner Präsenz auch der Verteidigung wertvolle Mithilfe. Wissen und Erfahrung der Bundesverwaltung sind schier unermesslich. Obwohl auch die Bundesverwaltung als Teil der Mannschaft durchaus parteigebundene Absichten hat, werden diese kaum je hinterfragt oder erkannt. Trotz der überragenden Bedeutung ist die Bundesverwaltung immer noch ein eher unauffälliger Spieler und die Gegenmannschaft lässt ihm fälschlicherweise viel Spielraum.

Im Sturm agiert ganz links der Feminismus. Dieser Spieler besticht nicht etwa durch seine Qualität, sondern durch sein abstossendes und anwiderndes Verhalten. Kein Gegenspieler ist deshalb gewillt, feministische Angriffe abzuwehren, weshalb nicht selten gefährliche Flanken von linksaussen zu Toren führen. Auf der rechten Aussenseite stürmt mit dem Linksliberalismus einer der wohl gefährlichsten Stürmer. Seine pragmatischen Aktionen lassen bei der gegnerischen Verteidigung immer wieder den Eindruck aufkommen, der Spieler sei einfach zu kontrollieren. Seine scharf nach links angeschnittenen Flanken sind deshalb umso gefährlicher. Als Mittelstürmer wirbelt der Vater der 4 Verteidiger, die soziale Gleichheit. Er ist der älteste Spieler des FC 68 und hat den Club seit seiner Entstehung geprägt. Seine Schüsse aufs gegnerische Tor sind immer noch stark und gut platziert, jedoch mangelt es der sozialen Gleichheit zunehmend an Kreativität. Experten wissen nicht recht, ob es an seinem schon hohen Alter liegt oder daran, dass dieser Spieler bereits fast alles erreicht hat, was er sich in seiner Jugend vorgenommen hat. Lange Zeit war die soziale Gleichheit auch Captain der Mannschaft, doch die Binde ging vor etwa 20 Jahren an die Bundesverwaltung. An diesem Captainwechsel wird die Wandlung des FC 68 der letzten Jahrzehnte wohl am deutlichsten sichtbar: Von der revolutionären, angriffigen Jungmannschaft hin zur machtbewussten, in den jeweiligen Positionen eingenisteten Elite von heute.

Als Schiedsrichter aller Fussballspiele fungieren die Ringierpresse und die SRG. Diese werden wiederum von den einflussreichen Spielern und Hintermännern des FC 68 kontrolliert. Leider ist auch diese Interessenverstrickung, die nicht selten zu kuriosen Schiedsrichterentscheidungen führt, der Öffentlichkeit noch viel zu wenig bewusst.

 


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