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Die Anti-Schweizer


Der Nationalrat stimmte an und sang: Den Schweizerpsalm. Die Rechte in vollen Tönen, die Linke halbherzig. SP-Nationalrätin Ruth-Gaby Vermot erklärte danach warum: Es sei ihr etwas zu viel „Schweiztum“, es sei eine unerwünschte Entwicklung Richtung Nationalismus. Nun, was wäre dann eher nach dem Gusto von Frau Vermot? Vielleicht etwas Techno mit DJ Vermot und einer antiamerikanischen Einlage? Die Internationale? Oder am besten gleich die Hymne der Sowjetunion.

Zuviel Schweiztum also: Bei genauerem Hinsehen entpuppt sich das anti-schweizerische Gedankengut der SP als Eigengoal. Dieses Schweiztum ermöglicht der Linken, laufend mit Volksinitiativen und Referenden die Politik zu beeinflussen. Keine Partei nutzt diese Möglichkeit so oft wie die Linke, und verliert so klar wie die Linke. Die Konkordanz – auch ein Ausdruck des Schweiztums – nützt vor allem der SP.

Seit der Machtergreifung der 68er ging die politische Elite dieses Landes daran, den Nationalstaat Schweiz systematisch zu denunzieren: Die Neutralität wird ausgehöhlt, der Aktivdienstgeneration werden paktieren mit den Nazis vorgeworfen und nationale Werte als rückwärtsgewannt betitelt. Heute muss man sagen: Die 68er-Politik hat versagt. Die EU scheint an ihrem eigenen Übermut zugrunde zu gehen (Stabilitätspakt, Osterweiterung), die Wirtschaftspolitik führte zum Nullwachstum, die Sozialwerke sind nicht mehr langfristig gesichert, und die Schweiz ist überfremdet. Das Volk hat dies erkannt und der SVP zum Wahlsieg verholfen. Das Parlament wiederum hat die Fakten ebenfalls erkannt und mit Blocher und Merz zwei bürgerliche Politiker mit staatsmännischem Format in den Bundesrat gewählt. Die Weichen für eine bessere, bürgerlichere Zukunft sind gestellt.

Dennoch sind nicht alle mit der neuen Situation zufrieden: Die SP hat angekündigt, in Zukunft wegen den neuen Bundesräten eine „konstruktive Oppositonspolitik“ zu betreiben. Einen Vorgeschmack dafür lieferte – richtig – wieder Frau Vermot. Zusammen mit ein paar linken Feministinnen und bürgerlichen Anhängseln ging sie auf die Strasse und protestierte gegen die neue Regierung, bevor diese ihre erste Sitzung hatte. Noch nicht einmal die Departemente waren verteilt. Ja, das ist richtig konstruktive, vorurteilslose SP-Politik.

 


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