|
In Frankreich wurde vor einiger
Zeit eine Synagoge niedergebrannt. Ganz Frankreich warnte vor einer
aufkommenden Welle des Antisemitismus. Im Toggenburg wurde eine schwarze Frau
mit fremdenfeindlichen Beleidigungen schikaniert. Hiesige Medien und Politiker
sahen im Toggenburg gleich ein hinterwäldlerisches Rassistenviertel, das die
Rassisten schütze und ihnen Unterschlupf gewähre. Nachdem die Taten dann
aufgeklärt worden waren, ergab sich folgendes Bild: Die Brandstiftung beging ein
geistesschwacher Moslem. Die Autorin der Briefe war eine Patientin, die sich in
den Ehemann der Schwarzen – einen Arzt – verliebt hatte. Rassismus war also,
wenn überhaupt, höchstens eine Begleiterscheinung. Die wahren Ursachen dieser
Handlungen lagen anderswo. Dennoch war die Welle des Antisemitismus bereits
eine herbeigeredete Tatsache, dennoch stand das ganze Toggenburg während Wochen
unter Generalverdacht.
Die beiden Ereignisse demonstrieren
zweierlei. Einerseits zeigen vor allem die Medien und Politiker bei Handlungen
gegen bestimmte Gruppen (Juden, Schwarze) wie pawlowsche Hunde mit dem Finger
auf angebliche Rassisten, bevor die Tat überhaupt geklärt ist. Zweites zeigen
die Ereignisse, dass unsere Gesellschaft immer noch nicht sachlich mit dem
Thema Rassismus umgehen kann und daher zu vorschnellen Verurteilungen neigt.
Beim kleinsten Verdacht sofort
auf einen latenten Rassismus in der Gesellschaft zu schliessen, grenzt an
Hysterie. Diese Entwicklung ist gefährlich, etwa für die freie Meinungsäusserung.
Niemand kann eine seriöse Diskussion um Ausländerkriminalität lancieren, ohne
gleich zum braunen Sumpf zu gehören. Niemand kann eine Einbürgerung ablehnen,
ohne der Fremdenfeindlichkeit verdächtigt zu werden. Dieser übertriebene
Antirassismus hat aber System. Er rechtfertigt unter anderem auch die
wirtschaftliche und ideelle Existenzberechtigung gewisser Organisationen und
Gruppierungen. So unterhält der Bund eine eidgenössische Kommission gegen
Rassismus (EKR). Deren Leistungsausweis ist vernichtend, konkrete Ergebnisse
ihrer Arbeit sind nicht erkennbar. Man versteckt sich hinter dubiosen Leistungen
wie „Prävention“ etc. Man wisse ja nicht, was wäre, wenn es die Kommission
nicht gäbe. In der Privatwirtschaft wäre ein Konkurs überfällig.
Antirassismus ist eine Art
Glaubenslehre, meint der jüdische Schriftsteller Daniel Ganzfried in der
Weltwoche. Nachdem sämtliche traditionellen, abendländischen Werte zu Tode
relativiert worden sind, füllt der Antirassismus das entstandene Vakuum als
Ersatzreligion. Das macht ihn gefährlich. Wer gegen Rassismus kämpft, dem ist
alles erlaubt. Man hält sich quasi für bessere Menschen. Ungestraft können also
die hiesigen Medien ein ganzes Tal pauschal unter rassistischen Generalverdacht
stellen. Die Vorurteile, welche die Antirassisten hegen, sind dann belanglos. Eines
dieser Vorurteile ist, dass die ländliche Bevölkerung generell borniert und
fremdenfeindlich sei.
Vorurteile sind letztlich leider etwas
Menschliches. Der Rassist hat Vorurteile gegenüber Ausländern. Georg Kreis – Präsident
der EKR und Oberayatollah gegen Rassismus – hat Vorurteile gegen bürgerliche
Politiker und gegen die Landbevölkerung. Gefährlich werden die Vorurteile dann,
wenn sich deren Träger des staatlichen Zwanges bemächtigen können. Die Zeit, wo
der Staat systematisch Minderheiten ausgegrenzt hat, ist glücklicherweise
vorbei. Heute aber dürfen ebenso bornierte Möchtegerngutmenschen wie Georg
Kreis dank staatlicher Förderung ihre Vorurteile gegenüber der angeblich
rassistischen Gesellschaft ausleben. Was wir zur Rassismusbekämpfung brauchen,
sind nicht staatliche Programme, sondern mehr Freiheit. Der Ausländer, der in
der freien Wirtschaft arbeitet und gute Leistungen erbringt, entkräftet
Vorurteile besser als 1000 Präventionskampagnen.
|