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Ein konservatives 21. Jahrhundert


Die letzten rund 200 Jahre der abendländischen Kultur sind gekennzeichnet von technologischen Innovationen und einer Steigerung des materiellen Wohlstandes. Doch es gibt auch eine Kehrseite: Moralische und ethische Grundwerte verloren zusehends an Bedeutung. Eine Flut von Gesetzen war die Folge, welche nach dem Wegfall traditioneller Wertvorstellungen Ordnung schaffen sollte. So wurde aus  einem schlanken Staat – wie ihn einst die Begründer des Liberalismus im Auge hatten (Montesquieu: „Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu machen, dann ist es notwendig, kein Gesetz zu machen“) – ein durchorganisierter, aufgeblähter Verwaltungsapparat. Dieser riss immer mehr Aufgaben an sich, welche Private besser erledigen könnten. Seit der Machtergreifung der 68er-Generation überschritt der Einflussbereich des Staates endgültig seine Grenzen und entartete zum heutigen Wohlfahrtsstaat. Die daraus entstehenden Schwierigkeiten – Schulden, Kriminalität, nicht mehr finanzierbare Sozialwerke bei gleichzeitiger Abnahme der Leistungsbereitschaft und Eigenverantwortung – zeigen sich am besten am Beispiel des Rot-Grün regierten Deutschlandes.

Das 21. Jahrhundert muss deshalb ein konservatives Jahrhundert werden: Es braucht eine Selbstbesinnung auf traditionelle Wertvorstellungen sowie auf einen echten Liberalismus mit schlanken Staatsstrukturen. Die Armee und ein gesunder Patriotismus, im täglichen Leben sowie in der Schule, sind nötig für eine gute Erziehung der Menschen. Der Kirche als Vermittlerin von traditionellen Wertvorstellungen kommt hierfür ebenfalls eine Bedeutung zu. Andererseits müssen die staatlichen Strukturen in der Wirtschafts- und Sozialpolitik schlanker werden, damit Leistung wieder etwas zählt. Auch das Steuersystem muss dringend vereinfacht werden. So hat auch der arbeitende Bürger wieder den Durchblick.

Das sind keineswegs Illusionen ohne Bezug zur Praxis: Am 16. Mai hat sich die bürgerliche Wende bereits zum Teil durchgesetzt. Die Stimmbürger haben eine Erhöhung der Mehrwertsteuer – die grenzenlose Anspruchsmentalität dem Sozialstaat gegenüber wäre so für ein paar weitere Jahre finanziell gesichert worden – sowie im Kanton Bern das Luxusprojekt Tram Bern West bachab geschickt.

Dennoch ist der Hang zur Besitzstandwahrung noch gross. Am 26. September stehen weitere Abstimmungen an, bei denen sich die bürgerliche Wende gegen linkes dekadentes Denken zu bewähren hat. Mit der Mutterschaftsversicherung wird der Sozialstaat trotz der desolaten Finanzlage unserer Sozialwerke weiter aufgebläht, obwohl der Verfassungsauftrag zum Schutze der Familie bereits erfüllt ist. Zudem benachteiligt die Vorlage nicht erwerbstätige Mütter, welche ihre Arbeitskraft ganz in den Dienst der Familie stellen. Die Vorlagen über die erleichterte Einbürgerung der 2. und der automatischen Einbürgerung der 3. Generation sollen eine völlig misslungene Ausländerpolitik unserer politischen Elite korrigieren, indem mit Masseneinbürgerungen der Ausländerbestandteil nach unten korrigiert wird. Das Schweizer Bürgerrecht – Inbegriff des Nationalstolzes der Schweizer – wird so verscherbelt und dessen Verteilung der demokratischen Kontrolle des Volkes entzogen. Die Initiative Postdienst für alle schliesslich verlangt einen völlig übertriebenen „service public“, welchen wir uns nicht leisten können.

Es ist Zeit für einen Wandel. Aber das fordert Einsatz. Der Verzicht auf staatliche Leistungen und einen schrankenlosen Individualismus sind hart, aber nötig. Unser Einsatz ist gefordert.

 


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