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Ausländer würden überwiegend negativ dargestellt,
seien Opfer von Stereotypen und diskriminierenden Begriffen. Die Vorwürfe in
der von der Eidgenössischen Ausländerkommission herausgegebenen Zeitschrift sind
zahlreich – und steuerfinanziert. Ein Einblick in die Niederungen der amtlichen
Multi-Kulti-Presse.
Die Zeitschrift heisst „terra cognita“, erscheint
zweimal jährlich und beinhaltet Artikel in deutscher, französischer und italienischer
Sprache. Die aktuelle Ausgabe widmet sich der Darstellung der ausländischen
Bevölkerung in den Medien. Nicht alle Artikel sind besonders politisch. In
einem Artikel wird sogar die Gastfreundlichkeit der Schweizer Bevölkerung gegenüber
den 20´000 Ungarn-Flüchtlingen gelobt, die 1956 aufgrund des ungarischen
Volksaufstandes gegen die Sowjet-Diktatur in die Schweiz kamen. (Allerdings
wohl primär deshalb, um den Lesern ein schlechtes Gewissen zu machen, wenn sie
sich heute gegenüber den Sozialtouristen aus Südosteuropa nicht ebenso
gastfreundlich verhalten.)
Dort aber, wo die Autoren politische Forderungen
aufstellen, wird es bedenklich. Schon im Editorial erfährt der Leser die
politische Stossrichtung des Heftes: „Auf die spezifischen Bedürfnisse einer
pluralistischen Gesellschaft eingehen und einen Perspektivenwechsel einnehmen“.
Immerhin wird das amtliche Neusprech noch etwas konkreter: Man wünscht sich „Informationsplattformen
der Migrantenpresse in der Heimatsprache“, „besondere Sendungen zum Thema
Integration“, „Radioprogramme mit speziellen Sendegefässen“ etc. Der
Weihnachtsmann wäre mit einem solchen Zettel glatt überfordert.
Peri Even, Radiojournalistin, fordert etwa „eine spezifische Migrationssendung (…), die
auf unterhaltende Art aktuelle Inhalte vermittelt“. Aber nicht etwa auf
irgendwelchen Privatsendern, sondern in „gebührenfinanzierten“ Medien, sprich
in der SRG. So eine Art amtlich verordnete Multi-Kulti-Therapie per Flimmerkiste;
auf dass die TV-Leichen der modernen Unterhaltungsindustrie sich dann an der
Urne auch brav politisch korrekt verhalten.
Aber die Autoren fordern nicht nur, sie bewerten
auch: Etwa die Krimiserie „Tatort“. In wie vielen Sendungen waren Ausländer involviert?
Wie oft in der Haupt-, wie oft in der Nebenrolle? und natürlich: Wie oft als
unschuldige Verdächtige? Die Tatort-Macher haben aber noch mal Glück gehabt.
Ihnen wird die Absolution erteilt. Mehr noch: Migration werde „häufig und
vielseitig thematisiert“. Meistens werden Ausländer nämlich positiv dargestellt.
Bei einer „qualitativen Inhaltsanalyse“ von 5 Tatort-Folgen kommt die
evaluierende Wächterin der political correctness, Christina Ortner, sogar zum
Schluss: In vier von fünf Fällen erweist sich ein ausländischer Verdächtiger am
Ende als unschuldig. Täter ist ein Einheimischer.
Da fühlt sich der kosmopolitische TV-Spiesser
richtig wohl. Für einmal bleiben ihm die lästigen Tatsachen aus der
polizeilichen Kriminalstatistik erspart. Fernsehen als Realitätsverdrängung –
Unterhaltung eben.
Olivier Guéniat geht noch weiter und fordert die
Realität zum Duell heraus. Er kritisiert die einseitig negativ geführten, nicht
faktentreuen Diskussionen über Migration, insbesondere auch Bundesrat Blochers
Rolle. Von 132 Verurteilten Minderjährigen seien nur 44 Ausländer. Der Ehrlichkeit
halber hätte Guéniat, studierter Politologe und Kriminologe, die Verurteilungen
noch etwas mehr aufschlüsseln dürfen. Dies soll an dieser Stelle nachgeholt
werden: In einem Papier des EJPD und des Bundesamtes für Justiz zum Thema Jugendgewalt
werden zu drei ausgewählten Delikten, bei denen die Jugendkriminalitätsrate seit
1999 markant angestiegen ist, die Anteile jugendlicher ausländischer Straftäter
aufgelistet: Drohung: 50,2%. Einfache Körperverletzung: 54,4%. Raub: 52,9%. Asylsuchende
nicht mitgezählt. Der Bericht hält fest: „Bei
verschiedenen Delikten werden jugendliche Ausländer mit Wohnsitz in der Schweiz
um ein Mehrfaches häufiger straffällig als Schweizer ihrer Altersgruppe.“ Nicht
zu vergessen ist die hierzulande oftmals lasche Einbürgerungspraxis. Aufgrund
der Begründungspflicht und einer zu täterfreundlichen Datenschutzgesetzgebung
werden Schweizer Pässe heute geradezu verschleudert. Ein eingebürgerter, aber
nicht integrierter Ausländer erscheint bei einem Delikt so unter der Rubrik
Schweizer (wie etwa die eingebürgerten Vergewaltiger von Rhäzüns, Steffisburg
oder Schmitten). Politisch korrekte Schreiberlinge können dann das ihre tun und
Beiträge über die angeblich tiefe Jugendkriminalität bei Ausländern schreiben.
Elsbeth Steiner wiederum, Informationsbeauftragte
der Ausländerkommission, setzt zu einer Umwertung von Tugenden an. Sie beklagt
sich über die Zeitungen, welche die Nationalität der Täter nennen. „Kaum jemand wagt es, aus einem
Polizeibericht die ethnische Zugehörigkeit herauszustreichen.“ Denn die
Angaben „können bestehende Vorurteile gegenüber Minderheiten verstärken“. Was
die Autorin als Mut beschreibt, nämlich die Nationalität der Täter nicht zu
nennen, ist in Tat und Wahrheit Ausdruck kleinkarierter political correctness.
Ausdruck von Angst, eine unerwünschte Berichterstattung könnte das labile Kartenhaus
des Multi-Kulti-Dogmas zusammenfallen lassen. Ausdruck auch von Misstrauen
gegenüber dem Bürger, der als nicht fähig erachtet wird, Informationen richtig
einordnen zu können. Die Forderungen nach Zensur nehmen geradezu faschistoide
Züge an. Meinungs- und Informationsfreiheit, immerhin Grundrechte unserer
Verfassung, sind unerwünscht. Das ist auch verständlich. Kein Dogma, das sich
von der Realität verabschiedet hat, überlebt auf Dauer den offenen Austausch
von Informationen und Ideen. Nur die politisch-korrekte Quarantäne garantiert
dem Multikulturalismus eine Zukunft. Denn die Realität ist erdrückend: Rund 50%
aller Delikte werden von Ausländern begangen sowie 51% der vorsätzlichen
Tötungsdelikte, 62% der Raube, 57% der Erpressungen, 64% der Vergewaltigungen
etc.
Dass Ausländer durch die einheimische Presse
tendenziell negativ dargestellt würden (so der Grundtenor der Artikel), ist
ohnehin nicht stichhaltig. Man denke nur an die Zeitungsartikel und unzähligen
Fernsehreportagen über erfolgreiche Ausländer. Man denke an die spärliche
Kritik am türkisch-kulturellen Verein in Wangen bei Olten, der zu den grauen
Wölfen (einer türkischen, rechtsextremen Gruppierung) gehört und nun trotzdem
ein Minarett bauen darf. Man denke an die Zensurbemühungen des Schweizerischen
Presserates, der „Beschwerdeinstanz für medienethische Fragen“. Dieser rügte
einen Artikel in der Zeitung „20 Minuten“, in dem über die Verhaftung von 33 Drogendealern,
darunter 28 Schwarzafrikanern, berichtet wurde. Der Begriff Schwarzafrikaner
sei nämlich „geeignet, Vorurteile gegen
dunkelhäutige Menschen zu fördern und diese damit zumindest latent zu diskriminieren."
Man denke schliesslich an die Polemik vieler Medien im Vorfeld der Abstimmung
über das verschärfte Asylgesetz: „Asylpolitik brutal – dieses Waisenkind wird
ausgeschafft“ titelte etwa der Sonntagsblick. Die Rede war von Solongo Chinbat,
einem angeblichen Waisenkind aus der Mongolei, das skrupellosen Asylbehörden
zum Opfer fiel. Die Story war dabei so echt wie Trudi Gersters Märchenstunden,
nur schlechter. Sogar der Name des Mädchens stimmte nicht. Aber die Rollen
waren klar: Täter die Schweizer Behörden, Opfer eine junge Ausländerin.
Die Artikel in „terra cognita“ sind symptomatisch
für die Gutmenschen-Presse. Man fordert, die kulturelle Komponente der
Integrationsproblematik laufend ausser Acht zu lassen. Getreu Marx sind ja die
wirtschaftlichen Produktionsverhältnisse an allem schuld. Gleichzeitig aber
stellt man Gruppen aufgrund ihrer kulturellen Zugehörigkeit pauschal unter Artenschutz.
Negative Berichterstattung gilt als unzumutbar. Diese Sensibilität ist in der
politischen Landschaft einzigartig. Wenn die Linke nach einem Mord mit dem
Sturmgewehr wieder einmal alle Besitzer von Armeewaffen als potentielle
Kriminelle betrachtet und entwaffnen will, spricht kaum jemand von
Diskriminierung. Offenbar muss man Ausländer sein, um den Status der
schützenswerten Spezies von Diskriminierungsopfern erlangen zu können.
Nicht einmal differenziertes Denken scheint den
ausländischen Sensibelchen zumutbar zu sein: Peri Even, der obgenannten Radiojournalistin,
geht sogar folgende Frage zu weit: „Du
bist natürlich ein guter Serbe. Aber es stimmt doch, dass es bei euch viele
Raser gibt?“ Denn: „Das Thema steht
ständig im Raum – und es nervt.“ Mund halten und zuschauen (und natürlich
für die Kosten aufkommen), heisst die Devise der amtlichen Ayatollahs:
Multikulturalismus total – Fragen sind unerwünscht. Denn das nervt.
Interessant
ist auch ein Blick auf die Herausgeberin der Zeitschrift, die eidgenössische
Ausländerkommission (EKA). Präsident der EKA ist der ehemalige SP-Nationalrat
und fast Bundesrat Francis Matthey. Als einer seiner Stellvertreter amtet Walter
Schmid, auch bekannt als Präsident der Schweizerischen Konferenz für
Sozialhilfe (SKOS) und Berufshumanist. So betrachtet es Schmid z.B. als
politisches Relikt, dass „Personen, die
aus Sicht der Gesellschaft selber schuld sind an ihrem Schicksal, eher des Missbrauchs
bezichtigt“ werden.
Entsprechend
wenig überraschend ist auch die politische Tätigkeit der EKA insgesamt. So
kämpfte sie 2004 aktiv (und vergeblich) für die Masseneinbürgerungsvorlagen.
Sie kritisiert Integrationsvereinbarungen, die Ausländer zur Integration (z.B.
zum Besuch eines Sprachkurses) verpflichten. Sie bezieht Stellung gegen die
Ausschaffungs- und Minarettverbotsinitiative.
Passend zu
dieser politischen Ausrichtung ist der Umschlag der aktuellen Ausgabe von „terra
cognita“. Darauf zu sehen ist ein Plakat gegen die Volksinitiative der SVP
„gegen die illegale Einwanderung“ aus dem Jahr 1996.
Trotz dieser
einseitigen politischen Ausrichtung kann die EKA auf generöse staatliche Geldzuflüsse
zählen. 2006 erhielt sie Gelder im Umfang von über 14 Millionen Franken, um
Integrationsprojekte mitzufinanzieren. Mit 93´600 Franken wurden z.B.
„Deutsch-/ Französischkurse für schwer erreichbare Zielgruppen“ (organisiert
von der Gewerkschaft unia) gesponsert. 8´500 Franken flossen an das Projekt „weltoffenes
Niederlenz“ der gleichnamigen Gemeinde. Auch künstlerische Projekte dürfen
nicht fehlen: 15´000 Franken gingen an die Aufführung „Fatmir, der
Knecht - Hiphop Musical nach Jeremias Gotthelf“; und 1315 Franken bekommt ein
„Afrikanischer Puppentheater-Workshop“. Eine Ader fürs Kulinarische schliesslich beweisen
die amtlichen Geldverteiler der EKA ebenfalls: 5´000 Franken gingen an das
Projekt „Interkulturelles Kochbuch Rothrist mit Kochkurs“, und insgesamt 13´040
Franken an drei Projekte zum Thema „Emmentaler Kebab: Mit der
Videokamera auf Identitätssuche“. E Guete!
Immerhin. Man bemüht sich um Kontakt zur
Aussenwelt. Heinz Bonfadelli fordert in seinem Beitrag in „terra cognita“: „Sie [die Medien] sollten nicht nur
Expertenmeinungen einholen, sondern die Betroffenen selber zu Wort kommen
lassen.“ Herzlich gern! Lassen wir die Betroffenen zu Wort kommen. Aber dann
bitte alle Betroffenen und nicht kneifen, falls diese das amtliche
Multi-Kulti-Dogma nicht brav nachplappern. Lassen wir die Polizisten zu Wort
kommen, welche sich täglich mit kriminellen Ausländern abmühen müssen; die
Lehrer, welche ihren Bildungsauftrag in Schulen mit über 50% Ausländeranteil
nicht mehr wahrnehmen können; die Lehrerinnen, welche mit muslimischen Eltern
keine Elterngespräche führen können, weil die Mutter nicht darf und der Vater nicht
will; die Opfer krimineller Ausländer; die Angestellten im Sozialwesen, welche
die Balkanisierung der IV hautnah miterleben etc. etc. Lassen wir endlich die Betroffenen
reden! „terra cognita“ könnte den ersten Schritt dazu machen. In der aktuellen
Ausgabe werden nämlich so gut wie alle Artikel von Akademikern und (selbsternannten)
Experten verfasst.
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