Dr. No jagt James Bond

Ab sofort läuft der neue Bond-Streifen „Quantum of Solace“ (auf deutsch: Ein Quantum Trost) in den Schweizer Kinos. 1962 konnte man zum ersten Mal einen James Bond-Film im Kino sehen: „James Bond – 007 jagt Dr. No“ nach der Romanvorlage von Ian Fleming. Die wohl erfolgreichste Film-Reihe war geboren.

Seither sind 46 Jahre vergangen. Während 007 im Film immer noch Bösewichte zur Strecke bringt, sind derweil in der Realität die Rollen vertauscht. Dr. No jagt James Bond: Dr. No – sprichwörtlich – als anonymer, machthungriger Verbotsstaat. James Bond als Inbegriff individueller Freiheit.

Zigarettenkonsum im Casino? Dr. No will das Rauchen in allen öffentlich zugänglichen Räumen verbieten.

Genuss eines Wodka Martini? Dr. No erhebt präventiv den Mahnfinger: „Alles im Griff“-Kampagne gegen Alkoholkonsum, daneben Werbeverbote. Lockerer Flirt mit dem anderen Geschlecht? James Bonds Verhalten wäre ein Fall für Dr. No´s Präventionskampagne „gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz“. Laut dem eidgenössischen Büro für Gleichstellung von Mann und Frau fallen unter sexuelle Belästigung z.B. auch „Witze über sexuelle Merkmale, sexuelles Verhalten und die sexuelle Orientierung von Frauen und Männern.“ James Bond bleibt ein Restdasein als kastrierter Humanoide mit Hanftee.

Sein „No“ lässt sich Dr. Verbotsstaat ordentlich was kosten. Präventionstätigkeiten in der Schweiz verursachen Kosten von insgesamt 1,13 Milliarden Franken – das meiste finanziert durch Steuergelder.

Fahrspass? James Bond mag schnelle Autos: BMW Z8, Aston Martin DBS oder V12 Vanquish: Auch hier droht ein „No“. Mit der Offroader-Initiative würden solche Autos verboten, da sie mehr als 10,5 Liter auf 100 km verbrauchen. Unabhängig davon, wie oft der Besitzer damit tatsächlich herumfährt.

Gewiss: Die allermeisten Menschen rauchen (zum Glück) nicht 60 Zigaretten am Tag. Die allermeisten Menschen erledigen ihre Arbeit ohne Wodka Martini. Die allermeisten Menschen fahren auch keinen Aston Martin.

Können wir also Dr. No beruhigt gewähren lassen? Der österreichische Wirtschaftsnobelpreisträger Friedrich August von Hayek bemerkte einst: „Die Freiheit kann nur erhalten bleiben […,] wenn sie nicht bloß aus Gründen der erkennbaren Nützlichkeit im Einzelfall, sondern als Grundprinzip verteidigt wird.

Wo aber der Präventionsstaat den Menschen die Sorge um ihr Wohlbefinden abnimmt; wo der Erwerb eines schönen Autos plötzlich als moralisch verwerflich gilt oder sogar verboten wird, da beginnt der Totalitarismus.

Übrigens. Sogar im neuen Bond-Film verliert 007 langsam seine Charakterzüge. Regisseur Marc Forster will einen neuen Bond. Immerhin fährt der Agent nach wie vor einen Aston Martin DBS. Ein wenig political incorrectness bleibt bestehen: Ein Quäntchen Trost.

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